Handfest, rechtwinklig, dann erst fest
Ein Bettrahmen ist kein Stapel loser Teile, sondern eine Konstruktion, die erst stimmt, wenn sie als Ganzes unter Spannung kommt. Zieht man die erste Ecke sofort ganz an, steht der übrige Rahmen danach zwangsweise schief, und in jeder Verbindung sitzt eine kleine Vorspannung, die dort nicht hingehört. Deshalb setzen wir alles handfest, messen die Diagonalen — sie sollten auf wenige Millimeter übereinstimmen — und ziehen erst danach im Umlauf an. Knarren entsteht fast immer dort, wo Holz unter einer leicht losen oder schief sitzenden Schraube gegen Holz arbeitet, und genau das verhindert diese Reihenfolge.
Spanplatte verzeiht einmal
IKEA-Betten bestehen aus Spanplatte mit Furnierschicht, und Spanplatte hat keine Faser, die zurückfedert. Eine einmal überdrehte Schraube greift nicht erneut, so fest man auch dreht: Das Loch ist rund geworden und die Späne ringsum sind zu Pulver zerrieben. Wir arbeiten deshalb mit niedriger Drehmomentstufe und ziehen das letzte Stück von Hand nach. Ist ein Loch bereits hin, setzen wir einen Holzdübel mit Leim ein und bohren neu vor, statt eine dickere Schraube hineinzudrehen. Dieselbe Regel gilt für Schrankpaneele, siehe IKEA-Schrankmontage.
Ein Klappboden ist ein Mechanismus, kein Brett
Bei einem MALM mit Stauraum oder einem BRIMNES mit Schubladen steckt die Zeit im Einstellen, nicht im Schrauben. Die beiden Gasdruckfedern oder Scharnierarme müssen beidseitig gleich weit auslaufen, sonst hebt sich der Boden schief und klemmt am Rand. Die Schubladen laufen auf Führungen, die rechtwinklig stehen und auf Last eingestellt sein müssen: leer gleitet alles, voll beginnt eine schiefe Schublade zu schleifen. Wir prüfen deshalb mit aufgelegter Matratze und ziehen jede Schublade zweimal ganz heraus. In einem Jugendzimmer verbinden wir das oft mit einem Arbeitsplatz, siehe Schreibtisch- und Stuhlmontage.
Der Lattenrost kommt zuletzt
LURÖY ist eine Rolle loser Latten auf Gurtband, LÖNSET ein verleimtes Ganzes mit mehr Federung. Beide gehören erst in den Rahmen, wenn dieser waagerecht steht und befestigt ist. Legt man sie früher ein, klemmt eine Latte am Rand und bricht später genau dort. Jede Latte muss hörbar einrasten, und die Mittelschiene muss den Rost in der Mitte tragen — ein Mittelfuß, der den Boden knapp nicht erreicht, lässt das Bett durchhängen, und das spürt man binnen eines Monats. Bei einer Boxspring läuft das völlig anders, siehe Bettmontage aller Marken.
Kopfteil, Wand und Nachttische
Ein am Rahmen verschraubtes Kopfteil bewegt sich mit dem Bett; ein Kopfteil an der Wand muss entweder Abstand halten oder befestigt sein. Steht das Bett dicht an einer kalten Außenwand, lassen wir bewusst einige Zentimeter Luft, damit das Holz nicht arbeitet und keine Feuchte dahinter stehen bleibt. Die Höhe stellen wir auf die Matratze ein, die Sie tatsächlich benutzen, nicht auf die aus dem Prospekt — das macht schnell zehn Zentimeter sichtbares Kopfteil aus. Nachttische setzen wir auf Höhe der Matratzenkante, denn auf dieser Höhe stellt man nachts etwas ab.
Der Weg ins Schlafzimmer
Wir bauen das Bett in dem Raum auf, in dem es stehen wird, und das ist kein Luxus: Ein aufgebauter Doppelrahmen passt selten durch eine Zimmertür oder um eine Kurve im Flur. Vorab wissen möchten wir die Breite der Treppe, ob sie eine Wendung hat und ob die Matratze schon oben liegt. Eine Matratze von 160 Zentimetern Breite ist die unhandlichste Last des ganzen Auftrags, schwerer zu führen als die Kartons. Steht noch ein altes Bett, demontieren wir es zuerst und legen die Teile bereit. Bei einer ganzen Wohnung stimmen wir diese Reihenfolge vorab ab, siehe Büro- und Wohnzimmermontage.