Ein hängendes Möbel ist ein Hebel
Das Gewicht einer BESTÅ hängt nicht senkrecht unter der Befestigung, sondern vierzig Zentimeter davor. Dadurch wird die obere Schraubenreihe nach außen gezogen, während die untere gegen die Wand gedrückt wird — oben trägt also deutlich mehr, als das Gewicht vermuten lässt, und es wird schlimmer, sobald ein Receiver und Spielkonsolen hineinkommen. Wir verteilen die Last daher auf mehr Punkte, als die Anleitung mindestens verlangt, und setzen die obere Befestigung immer in den festesten Teil der Wand. Für hohe Schränke gilt dieselbe Rechnung, siehe IKEA-Schrankmontage.
Auf welcher Höhe man hängt, ist eine Entscheidung
Hängend ist kein festes Maß. Hängt es tief, wirkt die Wand ruhiger und man blickt vom Sofa direkt auf die Bildmitte; hängt es höher, kann man darunter saugen und ein Saugroboter passt hindurch. Deshalb fragen wir vor dem Anreißen immer, wie hoch Sie sitzen, denn die Bildmitte gehört im Sitzen ungefähr auf Augenhöhe. Steht eine Sockelleiste oder ein Heizkreisverteiler im Weg, bestimmt der die Untergrenze. Die Linie reißen wir mit der Wasserwaage über die volle Breite an, nicht mit dem Zollstock vom Boden — der ist selten waagerecht.
Geräte brauchen Luft
Ein Receiver, eine Spielkonsole und ein Mediaplayer geben Wärme ab, und in einem geschlossenen Fach hinter einer Glastür steigt die Temperatur. In der Rückwand einer BESTÅ sitzen Aussparungen, die genau dafür gedacht sind: Die halten wir frei und legen die Kabel nicht quer darüber. Wo ein Fach geschlossen bleibt, wählen wir die Plätze so, dass das wärmste Gerät oben steht und darüber Raum bleibt. Das ist kein Luxus: Zu warme Geräte drosseln oder drehen den Lüfter hoch, und genau das hört man in einer leisen Szene.
Die TV-Halterung gehört an die Wand, nicht an das Möbel
Ein Fernseher mit fünfundsechzig Zoll gehört in die Wand, nicht in die Spanplatte eines Möbels. Wir befestigen die Halterung deshalb separat und prüfen zwei Dinge: das Lochbild auf der Rückseite des Geräts und das angegebene Höchstgewicht der Halterung. Bei einem neig- oder schwenkbaren Arm kommt eines hinzu: Der Fernseher entfernt sich beim Ausschwenken um Dutzende Zentimeter von der Wand, die Kabel müssen diese Bewegung also mitmachen, ohne stramm zu ziehen. Wie wir die Befestigung je Wandtyp wählen, steht unter Schränke aller Marken.
Glas, Schubladen und das Gewicht, das hineinkommt
Eine Glastür wiegt erheblich mehr als eine Holzfront, und das ändert die Einstellung: Die Scharniere tragen schwerer, die Tür sackt eher einen Millimeter ab, und der Dämpfer muss straffer sein. Schubladen haben eine angegebene Tragkraft, die man mit einem Stapel Schallplatten schneller erreicht als gedacht; eine überladene Schublade schleift seitlich und ruiniert die Führung. Deshalb stellen wir die Fronten erst ein, wenn der Korpus fest an der Wand hängt — ein noch bewegliches Möbel gibt jeder Tür eine andere Fuge. Dieselbe Einstellung findet man bei grifflosen Küchenfronten, siehe IKEA-Küchenmontage.
Den Rest des Wohnzimmers gleich mit
Eine Medienwand kommt selten allein: Oft stehen ein Sideboard, ein Bücherregal oder Wandborde an derselben Wand. Das nehmen wir in einem Termin mit, denn dann muss die Wand nur einmal leer sein, die Durchführungen werden in einem Zug gebohrt und der gesamte Karton geht in einer Fahrt zurück. Wir legen vorab eine Reihenfolge fest: erst alles, was an die Wand kommt, dann was auf dem Boden steht, und zuletzt Kabel und Geräte. Für einen ganzen Raum funktioniert das genauso, siehe Büro- und Wohnzimmermontage.