Der erste Korpus bestimmt die ganze Wand
Kaum ein niederländischer Boden ist eben. In einem Altbau fällt er zur Fassade ab, im Neubau liegt ein Estrich mit einer leichten Wölbung in der Mitte. Deshalb setzen wir zuerst eine Laserlinie um den Raum und stellen die Füße des ersten Korpus darauf ein, nicht auf den Boden. Ein Millimeter Schieflage unten kommt auf Türhöhe als vier bis fünf Millimeter zurück, und das sieht man sofort an der Fuge zwischen zwei Türen. Steht der erste Korpus, folgt der Rest von selbst: Jeder weitere Rahmen wird damit verbunden und in derselben Linie mitgeführt. Für andere Marken gilt dasselbe, siehe Schränke aller Marken.
Die Kippsicherung ist keine Zugabe
In jedem PAX-Karton liegt ein Winkel mit Schrauben, und diese Schrauben sind für Holz gedacht. In einem niederländischen Schlafzimmer findet man selten Holz. Gipskarton auf Metallständern verlangt einen Hohlraumdübel oder eine Schraube, die den Ständer selbst fasst; Kalksandstein verlangt einen Nylondübel in einem sauber gebohrten Loch; Porenbeton verlangt einen speziellen Porenbetondübel, weil ein gewöhnlicher sich dort wieder herausdreht. Wir klopfen die Wand erst ab und bohren danach. Dieselbe Abwägung treffen wir bei einem wandhängenden BESTÅ TV-Möbel, bei dem das Gewicht weit von der Wand entfernt hängt.
Schiebetüren entscheiden sich an der oberen Schiene
Ein PAX mit Schiebetüren hat kein Scharnier, das man später korrigieren könnte; alles sitzt in der Schiene. Die obere Schiene muss exakt waagerecht liegen und parallel zur Schrankvorderkante laufen, sonst rollt die Tür von allein auf oder zu. Die untere Führung muss genau mittig stehen, sonst schlägt die Tür bei jeder Bewegung gegen die Nachbartür. Wir stellen die Laufrollen beidseitig nach, fahren jede Tür dreimal vollständig hin und her und hören dabei zu: Ein schleifendes Geräusch bedeutet, dass die Tür irgendwo anläuft, und das beheben wir, bevor etwas eingeräumt wird.
BILLY, KALLAX und HEMNES verlangen jeweils anderes
BILLY hat Zapfen, die in ein etwas zu enges Loch müssen; erzwingt man das, platzt die Spanplatte innen auf, und man sieht es an der Seitenwand. KALLAX wird erst steif, wenn alle Schrauben gleichmäßig und im Umlauf angezogen werden — zieht man eine Ecke zuerst ganz fest, verzieht sich das Raster. HEMNES arbeitet mit Holzdübeln in Leim: Man hat einen Versuch, denn ein wieder herausgezogener Dübel nimmt Holz mit. Deshalb legen wir alle Teile aus und gehen die Reihenfolge durch, bevor etwas fest wird.
Die Inneneinrichtung kommt zuletzt
KOMPLEMENT-Schubladen, Kleiderstangen und Schuhregale setzen wir bewusst zum Schluss ein. Ein Rahmen, der noch nicht an der Wand hängt, gibt unter dem Gewicht einer offenen Schublade nach, und was man dann einstellt, verschiebt sich später erneut. Auch die Höhen entscheidet man besser am Ort: Wie hoch eine Kleiderstange sitzen darf, hängt davon ab, was darunter kommt, und eine Schublade auf Augenhöhe ist angenehmer als eine am Boden. In einem kompletten Schlafzimmer stimmen wir das mit dem übrigen Mobiliar ab, etwa wenn wir im selben Raum auch ein IKEA-Bett aufbauen.
Was Sie freiräumen, spart eine halbe Stunde
Der größte Zeitverlust entsteht nicht beim Schrauben, sondern beim Verschieben. Eine leere Wand, ein freier Weg von der Haustür und ein Platz, an dem die Kartons geöffnet werden dürfen, sparen bei einem drei Meter breiten Schrank schnell eine halbe Stunde. Lassen Sie die Kartons möglichst dort stehen, wo der Schrank hinkommt: Ein PAX-Rahmen ist schwer, und ihn über eine Treppe zu tragen kostet mehr als das Auspacken. Prüfen Sie außerdem, ob alle Kartons da sind — IKEA liefert Türen, Rahmen und Inneneinrichtung getrennt. Bei einem ganzen Raum planen wir das vorab, wie unter Büro- und Wohnzimmermontage beschrieben.